PEK3 Rohrstecksystem » Anwendungen » Kaizen in der Logistik
Effizienz ist nicht statisch und es gibt nicht “die eine Methode” für Logistik und Produktion. Ständig ändern sich Produktionsbedingungen, Verfügbarkeit von Materialien und vieles mehr. Die Kaizen-Methode kann hier helfen, eine Kultur der dauerhaften Effizienzsteigerung einzuführen – auch in der Logistik und Lagerhaltung können durch kleine Anpassungen immer wieder Verbesserungen im Arbeitsalltag eingeführt werden. Allerdings stehen diese Bereiche vor der Herausforderung, dass Geräte, Arbeitsplätze und Regale meist einmal konfiguriert werden und Anpassungen nur durch Neuanschaffungen oder ganzheitliche Umstrukturierungen möglich sind. Durch das modulare Easytube-Rohrstecksystem können Sie aber Ihre Arbeitsumgebung Stück für Stück anpassen – ganz im Sinne der Kaizen-Methode.
Was ist die Kaizen-Methode?
Laut dem Gabler Wirtschaftslexikon beschreibt “Kaizen” eine Unternehmensphilosophie, der stetige und mitarbeitergeführte Verbesserungen in Produktionsprozessen zugrunde liegen. Kaizen ist ebenfalls eng verbunden beziehungsweise Teil der “Lean Production”-Organisation, bei welcher Verschwendung und Kosten minimiert werden sollen. Ihren Ursprung findet die Kaizen-Methode in der japanischen Autoindustrie durch den Konzern Toyota, die diese Philosophie in der Fertigung und Montage eingeführt und umgesetzt haben.
Diese kontinuierliche Verbesserung wird dadurch ermöglicht, dass jeder Schritt andauernd kritisch hinterfragt wird und jede mögliche Effizienzsteigerung direkt implementiert wird. Zentral für die Kaizen-Methode ist dabei, dass auch die Mitarbeitenden in den Lager- und Produktionshallen mit einbezogen werden: Genau diese Menschen arbeiten tagtäglich an Arbeitsplätzen und mit Regalen und wissen, welche kleinen Probleme und Herausforderungen es gibt.
Dabei ist kein Problem zu klein: Möglicherweise gibt es schon kleine Handgriffe oder Arbeitswege, wenn Produkte von einem Ort zum anderen getragen werden müssen und nur wenige Minuten in Anspruch nehmen, die durch Optimierung der Arbeitsplätze eliminiert werden können. Dies erfordert aber, dass im Unternehmen der Raum für Verbesserungsvorschläge vorhanden ist. Folgende Ziele sind zentral für die Kaizen-Methode:
- Qualitätssicherung und Qualitätssteigerung: Durch die Verbesserungen in Arbeitsprozessen wird langfristig auch das Produkt für den Endkunden, aber auch für Mitarbeiter in anderen Abteilungen, verbessert.
- Zeiteffizienz: Mit der Kaizen-Methode soll vor allem Zeit gespart werden, die an anderer Stelle wieder genutzt werden kann.
- Kosteneffizienz: Nicht nur Zeit soll gespart werden, auch unnötige Materialverschwendung soll verringert werden.
- Standardisierung: Die Verbesserungen sollen so eingeführt werden, dass jeder Mitarbeiter davon profitiert und sie im Arbeitsalltag anwenden kann, damit das Unternehmen als ganzes effizienter wird.
Welche Herausforderungen gibt es für die Kaizen-Methode in der Logistik und Produktion?
Im ersten Moment klingen diese Ziele ideal: Jedes Unternehmen will mit kleinen, kostengünstigen Verbesserungen große Effekte für die Effizienz erzielen. Leider gibt es zwei große Faktoren für Logistik und Produktion, die dem im Wege stehen:
Zum einen ist in westlichen Ländern eine “Top-Down”-Unternehmensführung üblich: Gerade in Produktionsbetrieben überlegen sich Führungskräfte, wie das Unternehmen effektiv funktioniert und arbeiten anhand von klassischen Strategien dann alle Prozesse aus. Hier kommt viel fundiertes Fachwissen zusammen, oft wird aber der konkrete Arbeitsalltag nicht mit einbezogen. Zusätzlich haben Spezialisten oft starken Bezug zu ihren eigenen Abteilungen oder Arbeitsfeldern. Wenn Änderungen mehrere Abteilungen betreffen, sind die Entscheidungsketten oft lang und mühselig.
Zum anderen fehlt es an Mitteln, um Verbesserungen schnell einzuführen. Einmal geplante Prozesse werden meist nur in großen Umstrukturierungen angepasst, beschaffte Geräte und Arbeitsmittel sind meist starr und können nicht ohne weiteres modifiziert werden.
Kaizen in Industrie & Logistik praktisch implementieren
PEK3 bietet Ihnen einen praktischen und einfachen Einstieg zur Umsetzung der Kaizen-Methode: Unser modulares Easytube-Stecksystem ermöglicht es Ihnen eine Vielzahl an Arbeitsgeräten und -stationen modular anzupassen.
Ein wichtiges Anwendungsgebiet sind ergonomische Arbeitsplätze: Die Arbeitsplätze von PEK3 sind ohne besonderes Werkzeug anpassbar. Bei der erstmaligen Konfiguration wählen Sie aus, ob der Arbeitsplatz beispielsweise mobil sein soll, dass die Regale am Arbeitsplatz mit Schubladen ausgestattet werden sollen, wie groß die Arbeitsfläche ist und so weiter. Dabei ist der Arbeitsplatz spezifisch auf die jeweiligen Arbeitsschritte ausgerichtet. Im Arbeitsalltag bemerkt der Mitarbeiter aber, dass die Schubladen innerhalb kurzer Zeit oft geöffnet und geschlossen werden müssen. Wäre der Arbeitsplatz nicht modular, müsste sich der Mitarbeiter mit den vorhandenen Umständen arrangieren oder könnte die Schublade so manipulieren, dass sie offen bleibt. Durch das modulare System der Easytube-Produkte können Sie dann aber die Schubladen schnell und einfach austauschen durch offene Körbe oder Schienen, die die Produkte im First-in-first-out-Prinzip völlig automatisiert in Griffweite “nachschieben”. So wird die Kaizen-Philosophie in den Arbeitsalltag implementiert: Der Mitarbeiter sieht eine Verbesserungsmöglichkeit, die er leicht umsetzen kann. Es ist kein neuer Arbeitsplatz nötig und mit nur wenigen Minuten werden einige Minuten an schnellerer Arbeit gewonnen. Auch die Ergonomie wird direkt verbessert, da die Bewegung des Öffnens über Dauer die Gelenke des Mitarbeiters belasten.
Ein weiteres Beispiel: Im Arbeitsprozess wird ein Regal mit Produkten befüllt, die dann zu einem Packtisch transportiert werden. Dabei stellt ein Mitarbeiter seine Materialien in das Regal und der nächste Mitarbeiter muss dann Transportwagen zum Regal fahren, die Produkte auf den Wagen füllen, den Wagen zum Packtisch bringen und ihn wieder entladen. Mit modularen Industrieregalen von PEK3 können Sie an das Regal in kürzester Zeit Rollen montieren und den Zwischenschritt des Transportwagens überflüssig machen.
Kaizen-Methode in der Organisation einführen
Mitarbeiter müssen die Möglichkeit und auch den Freiraum haben, ihre eigene Arbeit kritisch zu hinterfragen. Prozesse dürfen nicht als gegeben angenommen werden, sondern sollen aktiv mitgestaltet werden. Dies darf nicht nur nominell passieren, eine offene Gesprächskultur reicht nicht, es muss konkrete Möglichkeiten geben, anhand welcher die Mitarbeiter Verbesserungen einführen können. Hier sind die Easytube-Produkte ein fantastischer Einstieg: Wir schulen Ihre Mitarbeiter konkret, wie sie die Geräte und Arbeitsplätze eigenhändig modifizieren können. Dadurch erhalten sie das Gefühl, dass sie eigenhändig handeln können und ihre Ideen tatsächliche Auswirkungen auf die Organisation haben.
Gleichzeitig müssen Sie aber dafür sorgen, dass hier klare Kommunikation stattfindet und diese Verbesserungskultur als klar gewünscht gesehen wird. Besonders die Nachvollziehbarkeit ist wichtig: Die Verbesserungen sollten nicht wahllos eingeführt werden, sondern sollten als Teil des gesamten Prozesses gesehen werden.
Die Kaizen-Methode kann nicht einfach einmalig eingeführt werden, sondern Bedarf ständiges Monitoring und dauerhafter Analyse, ob die Anpassungen tatsächlich merkliche Einflüsse auf das Produkt haben. Zusätzlich findet hier eine empfindliche Gratwanderung zwischen Flexibilität und Standardisierung statt; hier müssen Sie die Balance zwischen festen Strukturen und Anpassungsfähigkeit finden.
Beratung zu Kaisen in Produktion und Fertigung von PEK3
Wir von PEK3 haben uns der Lean Production verschrieben. Wir kennen die Anforderungen verschiedener industrieller Zweige und wissen, wie Regale, Arbeitsplätze, Transportwagen und vieles mehr hergestellt werden müssen, um diesen Anforderungen gerecht zu werden. Genauso stehen wir mit unseren Kunden im Austausch und sehen, wie Kaizen in die Produktion eingeführt werden kann.
Wenden Sie sich gerne an uns: Wir beraten Sie nicht nur zu unseren Produkten, sondern erklären Ihnen auch, wie Sie die Prinzipien von Kaizen in Ihrem Unternehmen einführen können. Unsere Ingenieure schlagen Ihnen vor, wie Sie mit unseren Produkten möglichst effizient und flexibel bleiben.
Rufen Sie uns gerne an – gemeinsam finden wir eine passende Lösung.
Bernd Schnappinger von PEK3 im Interview zur Kaizen-Methode
Bernd Schnappinger ist seit 10 Jahren Vertriebsbeauftragter für PEK3 und hilft Unternehmen dabei, mit dem Rohrstecksystem von PEK3 einen praktischen Weg in die Kaizen-Methoden für Unternehmen zu ebnen. Im folgenden Interview können Sie nachlesen, welchen Herausforderungen er dabei begegnet und wie Sie diese bewältigen können.
Frage: Warum ist die Kaizen-Methode heute wichtiger als jemals zuvor, besonders in der Produktion und Lagerlogistik?
Schnappinger: Mehr denn je ist es heute – auch aufgrund des zunehmenden Kosten- und Wettbewerbdrucks – notwendig, möglichst schnell und auch flexibel zu agieren: Ob im Produktionsbereich mit oft schnell wechselnden Anforderungen an die Materialbereitstellung oder in der Logistik, bei der effizienten Umsetzung der Lagerlogistik für unterschiedlichste Hersteller und Produkte. Hier bringen konstante und institutionalisierte Arbeitsplatz- und Prozessoptimierungen im Sinne der Kaizen-Methode oft den entscheidenden Vorteil gegenüber dem (heute vermehrt internationalen) Wettbewerb!
Frage: Was sind typische Missverständnisse, die Unternehmen in Bezug auf die Kaizen-Methode haben?
Schnappinger: Oft wird das Bausatzsystem als kostengünstige Alternative zu Standard-Anwendungen, wie einfachen Lagerregalen oder Standard-Transportwägen gesehen und man ist erstaunt, dass diese fest-verschweißten Anwendungen dann doch zum Teil deutlich „billiger“ in der Anschaffung seien. Dies greift jedoch zu kurz, da das Bausatzsystem genau da seine Vorteile ausspielt, wo man nicht nur eine über die Jahre hinweg „statische“ Ausstattung benötigt, sondern flexibel und nachhaltig die Anwendungen an die neuen Anforderungen anpassen muss oder – bei Wegfall des Bedarfs – neue Anwendungen mit dem Material bauen bzw. komplett zerlegen und platzsparend bis zum nächsten „Bau-Projekt“ einlagern kann. Geschweißte Fertig-Anwendungen sind da oft nur platz- und damit kostenintensiv einzulagern oder teuer zu zerlegen und gegebenenfalls zu entsorgen, falls sie nicht mehr gebraucht werden. Kurz und gut: Kaizen lebt von flexiblen Anforderungen und dem Willen, sich diesen regelmäßig anzupassen. Unser EasyTUBE Bausatzsystem ist zu genau diesem Ansatz geschaffen und über mehrere Jahrzehnte optimiert worden. Kunden, die diese Anforderungen an Flexibilität in ihrem Geschäft nicht haben oder nicht benötigen, werden die Kostenvorteile von Kaizen niemals angemessen nutzen oder zu würdigen wissen.
Frage: Welche Grundlagen müssen in einem Unternehmen für die Einführung der Kaizen-Prinzipien bestehen?
Schnappinger: Der Geschäftsbereich des Kunden muss auch tatsächlich die Flexibilität benötigen bzw. muss der Kunde einen Vorteil darin erkennen, dass ihm diese Flexibilität reale Wettbewerbsvorteile verschaffen kann – nicht kurz-, aber meist mittel- bis langfristig. Ein alteingesessener Handwerksbetrieb mit zum Teil jahrzehntelang gleichen Anforderungen wird u.U. weniger die Notwendigkeit in Kaizen sehen, als zum Beispiel ein Logistik-Unternehmen, das sich an Ausschreibungen zur Lagerlogistik für unterschiedlichste Hersteller verschiedenster Produkte und Anforderungen (Kfz-Teile, Elektronik-Bauteile, Sanitärprodukte, …) beteiligt. Hier wird definitiv ein Werkzeug zum schnellen Bau und Umbau von Logistik-Mobiliar benötigt, um auch im vermehrt internationalen Wettbewerb schnell und zudem kosteneffizient agieren zu können und damit dauerhaft wettbewerbsfähig zu bleiben.
Frage: Was sind Faktoren, von denen Sie denken, dass sie sich positiv auf das Unternehmen auswirken?
Schnappinger: Faktoren, die für Kaizen sprechen, sind unter anderem:
- Stetig wechselnde Anforderungen an Material und/oder Endprodukt
- Stark wechselnde Arbeitsabläufe, Aufgaben oder Projekte
- Volatile Marktgegebenheiten mit starken Schwankungen und stets neuen Herausforderungen
- Bereitschaft im Unternehmen: Die Notwendigkeit muss erkannt (und gelebt!) werden, dass schnelle Anpassungen Wettbewerbsvorteile bringen können. Und dies nicht nur vom Management, sondern idealerweise innerhalb der gesamten Belegschaft.
- Dieses „Leben von Kaizen im Alltag“ wirkt mittel- und langfristig nicht nur extern (zum Kunden oder dem Wettbewerb hin), sondern auch vermehrt intern: So wird durch zeitnahe und kostengünstige Umsetzung der Wünsche der Mitarbeiter mit Hinblick auf Arbeitsplatzoptimierung und Ergonomie die Mitarbeit – und damit auch der Arbeitgeber insgesamt – als vergleichsweise „attraktiver“ wahrgenommen. Das hilft nicht nur, Arbeitsschritte stetig zu verbessern, sondern auch die Zufriedenheit und Motivation sowie die Identifikation mit der Firma im Allgemeinen zu steigern. Damit können mittel- bis langfristig wiederum z.T. signifikante Kosten-Einsparungen und Produktivitäts-Steigerungen erzielt werden.
Frage: Was sind leichte Schalthebel, mit denen Unternehmen schnell von Kaizen profitieren können?
Schnappinger: Das „Mitdenken“ der Mitarbeiter an ihrem Arbeitsplatz zuzulassen und – darüber hinaus – zu fördern. Eine offene Kultur des Hinterfragens von Prozessen und Möglichkeiten zu schaffen und diese regelmäßig in kleinen Fachgruppen diskutieren und auswerten zu lassen. Letztlich sollte ein Vorschlagswesen installiert werden – flankiert durch Incentive-Programme für konstruktive Vorschläge zur Verbesserung am Arbeitsplatz und im Bereich Prozess-Optimierung. Idealerweise sollten die Mitarbeiter langfristig dazu angeregt werden, sich für ihre Tätigkeit verantwortlich zu fühlen, Verbesserungen anzustreben und auch tatkräftig darauf im Alltag Einfluss nehmen zu können. Dies setzt jedoch voraus, dass dieser Spielraum auch vom Management tatsächlich so zur Verfügung gestellt und Kaizen in der Praxis auch selbst konsequent so gelebt wird. Vielleicht keine „leichten Schalthebel“, aber meiner Meinung nach – insbesondere langfristig gesehen – die erfolgreichsten.
Frage: Wie tragen die Produkte von PEK3 dazu bei, Kaizen in der Praxis umzusetzen?
Schnappinger: Mit einem verständlichen und einfach zu bedienenden Tool, wie dem EasyTUBE Bausatzsystem, ist das Kaizen-Prinzip erfahrungsgemäß deutlich einfacher zu realisieren, da damit oft schnell die Kreativität der Mitarbeiter geweckt wird und Mitarbeiter darüber hinaus oft sogar eine gewisse Erfüllung darin sehen, konkrete Vorschläge zur praktischen und Umsetzung machen zu können. Daher ist es extrem wichtig, Mitarbeiter möglichst flächendeckend und auch frühzeitig mit in den Prozess der Einführung dieses Tools mit einzubeziehen und rechtzeitig Workshops & Schulungen anzubieten, bei denen Mitarbeiter aus den verschiedensten Bereichen, damit umzugehen oder zumindest das Prinzip der einfachen Handhabung verstehen lernen können.
Frage: Welche zukünftigen Anforderungen werden aus Ihrer Sicht an Regalsysteme und Arbeitsplatzlösungen gestellt?
Schnappinger: Ein ganz großes Thema wird künftig vermehrt die Ergonomie, die Zufriedenheitssteigerung, die Gesundheit sowie die Effizienz am Arbeitsplatz sein, aber auch die Optimierung von Arbeits-Abläufen und -Prozessen zur Kostenoptimierung und mittel- bis langfristigen Produktivitätssteigerung. Auch Robotik und Künstliche Intelligenz (KI) werden maßgebliche Einflussfaktoren im internationalen Wettbewerb sein, der vermehrt und mehr denn je schnelle und hocheffiziente Aktionen fordern wird. Umso mehr wird meines Erachtens nach ein flexibles, einfaches und zugleich vergleichsweise kostengünstiges Tool, wie EasyTUBE benötigt werden, um schnelle und effektive Anpassungen an die immer schnell-lebigeren Märkte sicherzustellen und den oft hochvariablen Anforderungen innerhalb der Produktion und Logistik adäquat – und letztlich erfolgreich – begegnen zu können.